RR019 – Hitchcock – Shadow of a Doubt

Onkel Charlie kommt zu Besuch und bringt ein düsteres Geheimniss mit. Der Film gilt als erstes wirkliches Meisterwerk des Regisseurs. Nachdem wir Rebecca schon ziemlich abgefeiert haben, waren wir gespannt ob Hitchcock tatsächlich einen draufsetzen kann.

Originaltitel: Shadow of a Doubt
Veröffentlichungsjahr: 1943
Produktionsland: USA
Länge: 108 min
Regisseur: Alfred Hitchcock
Hauptdarsteller: Teresa Wright (Charlotte „Charlie“ Newton), Joseph Cotten (Charlie Oakley)


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Ein Gedanke zu „RR019 – Hitchcock – Shadow of a Doubt

  1. Spannend, euren Podcast zu hören – zu einem Film, den auch ich als einen von Hitchcocks Besten bezeichnen würde.

    Hitchcock selbst beurteilt seine Filme in der Nachsicht (glaube ich) auch immer ein Stück im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den Darstellerinnen (und Darstellern) und er und Teresa Wright haben sich sehr gut verstanden. Sie war – nach Aussagen Hitchcocks – sehr schnell in der Lage, die an sie gestellten Anforderungen umzusetzen (auch wenn sie erst 3. Wahl war).
    Außerdem liebte Hitchcock die Idee, das Grauen in eine Kleinstadt zu bringen, was er meiner Meinung nach gekonnt und mit einem Augenzwinkern umgesetzt hat.
    Ich halte den Film auch für einen sehr typischen Hitchcock, Humor und Krimi sind für mich sehr gut ausbalanciert.
    Dazu kommt die Spannung aus der Frage, wann und wie Charly das Geheimnis um ihren Onkel aufdeckt. DAS ist der eigentlich Handlungsträger.
    Joseph Cotten als Bösewicht (eigentlich wollte Hitchcock ja Cary Grant) ist einer der fiesesten und abgründigsten und unberechenbarsten – daher ist sein 180-Grad-Turn in Bezug auf seine Nichte für mich auch nachvollziehbar, er ist wahnsinnig (wie der Monolog beim Essen ja sehr schön zeigt – einen ähnlich wahnsinnigen Monolog haben wir ja auch bei der Empfangsszene in DER FREMDE IM ZUG).
    Charly ist für mich ein typischer Teenager, sie himmelt ihren Onkel an, der die Welt gesehen hat und ihr bei seinen Besuchen stets ein Stück von der Welt mitbringt. Teenager sind nicht geradlinig und Charly ist mit der Sittuation einfach komplett überfordert, sie will die Wahrheit nicht wahrhaben, sich und ihre Familie schützen und verliebt sich dann auch noch in den ermittelnden Polizisten.
    Alle Figuren sind in diesem Film NICHT geradlinig, sondern müssen stets auf die auf sie einstürzenden Situationen reagieren, das macht den Film aber auch so spannend.
    Der Vater mit seinem Freund ist skurril, aber witzig, denn zwar tüfteln die beiden immer neue Mordmethoden aus, merken aber gar nicht, dass bei ihnen zuhause gerade tatsächlich jemand versucht, die Tochter des Hauses umzubringen.
    Solche Figuren sind bei Hitchcock nicht selten (wie zB die Crickett-Spieler in EINE DAME VERSCHWINDET – zur Handlung tragen sie nur bedingt bei, sind aber skurril und konterkarieren die Haupthandlung, indem sie den Ernst der Lage gar nicht checken und somit den Zuschauer ein ums andere Mal aus dem Ernst reißen).

    Ihr seht, das sind nur einige der Punkte, die ich hier anführe – ich verehre den Film eben aus denselben Gründen, aufgrund derer ihr ihn kritisiert. Es gäbe noch so viel zu dem Film zu sagen, aber das würde hier den rahmen sprengen…

    (Und REBECCA halte ich nicht für einen von Hitchcocks Besten, da fehlt mir zuviel hitchcock’sche Handschrift, der ist mir tatsächlich zu düster). VERDACHTT ist schon wieder eher meins.

    An dieser Stelle aber mal herzliche Grüße und weiter so!
    (Bianca von Duoscope)

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